INZEST DEFINIERT NACH ISA

Inzest ist vom Standpunkt der Überlebenden aus gesehen,
der in der Kindheit oder als Erwachsense zugefügte Schaden
im gefühlsbezogenen, seelischen, geistigen und/oder körperlichen Bereich.

 

Ein Vertrauensbruch in Verbindung mit offenem oder verdecktem sexuellen Kontakt oder Handlung schließt möglicherweise ein: Anfassen/Berühren oder Nichtanfassen; Verführung über Gesagtes oder Missbrauch; Anal- oder Geschlechtsverkehr; oraler Verkehr; Sodomie; manuelle Stimulation; unmittelbare oder angedeutete Drohungen oder andere Formen von Missbrauch zwischen Menschen, die miteinander verwandt sind, verheiratet oder in Lebensgemeinschaft leben, durch die das Kind ein Vertrauensverhältnis hat. Das heißt: Mutter, Vater, Großvater, Großmutter, Tante, Onkel, Cousin/Cousine, Stiefeltern, Stiefgeschwister, Halbgeschwister, Liebhaber als MitbewohnerIn oder übernachtend, Bruder, Schwester, Pflegeeltern, Adoptiveltern, Nachbar, FreundIn der Familie, Babysitter oder irgendeine Bekannte oder Fremder mit Macht irgendeiner Art gegenüber dem Kind oder Fachpersonal wie LehrerIn, Nachhilfe- oder sonstige außerschulische Lehrer, TrainerIn, Professor, SchulrektorIn, Pflegepersonal, Arzt, ZahnärztIn, Techniker, TherapeutIn, Sozialarbeiter, PastorIn, Priester, Nonne, Ladenbesitzer, VermieterIn, Pfadfinderleiter, ArbeiterIn, Hausmeister, Büroangestellte, Pilot, Personal des Militärs, Anwalt, RichterIn, Polizist, BriefträgerIn, Politiker, Bankier, ManagerIn oder eine Person, die durch den Beruf oder den sozialen Status eine Machtposition gegenüber dem Kind oder der Erwachsenen hat.

Das schließt auch Erwachsene in Abhängigkeitsbeziehungen mit ein, wenn das Vertrauensverhältnis zu einem anderen Erwachsenen missbraucht wird.

 

Wenn das Vertrauen zwischen einem Kind und einem älteren Kind, Bruder, Schwester, Ersatz-Elternteil oder Erwachsenen verletzt wird, so wird dieses Handeln inzestuös. Wir weisen TäterInnen in ihre volle Verantwortung für ihr Tun, egal, was sich ereignete. Kinder jeder Altersstufe können betroffen sein: von der Empfängnis über Neugeborene, Vorschul- und Schulalter, Jugendliche oder Älter. Zwischen Empfängnis und Geburt gibt es leider viele Möglichkeiten, das Kind zum Opfer zu machen.